„Das Einzige, das alte Wunden heilt, ist deine eigene Aufmerksamkeit."
Besonders die Kindheit prägt, wie wir mit Situationen umgehen. Das „innere Kind" steht für alles, was wir damals erlebt haben — die schönen Momente wie auch die Verletzungen, die noch in uns wirken.
Wir kommen mit großem Potenzial auf die Welt — neugierig, unschuldig, unbefangen. Durch Erziehung und Umwelt passt sich dieses Potenzial an. Denkweisen und Ängste werden übernommen; nur ein Bruchteil unseres Potenzials wird gelebt. Schon früh bilden wir Glaubenssätze und Muster aus — das nennt man Konditionierung, wie ein aufgespieltes Computerprogramm.
Häufige Beispiele: „Ich brauche Aufmerksamkeit.", „Liebe gibt es nicht umsonst.", „Ich bin nicht gut genug." — oft tief in frühen Kindheitserfahrungen verankert.
Welche Strategien hast du als Kind (und vielleicht bis heute) gewählt, um Aufmerksamkeit & Liebe zu bekommen? Markiere, was zu dir passt — deine kann auch ganz anders aussehen.
Führe dir vor Augen, welche Erlebnisse dich geprägt haben — von der Geburt bis heute. Am besten zeichnest du dafür auf einem großen Blatt eine Zeitachse (waagrecht) und eine Gefühlsachse (senkrecht: oben „glücklich, geliebt, im Flow", unten „unglücklich, einsam, verlassen") und trägst Ereignisse ein (z. B. Geburt Geschwister, Trennung Eltern, erste Liebe, Traumjob …).
Welche Glaubenssätze sind aus diesen Situationen entstanden? Erinnere dich an die Emotionen von damals und spüre, welche Schlussfolgerung du gezogen hast. Prüfe, ob sie heute noch gilt.
Beispiel: Situation „Eltern haben sich getrennt" → damals „Ich bin alleine und verlassen" → heute „Ich verliebe mich nicht mehr, weil ich dann verlassen werde."
Emotionen sind körperliche Empfindungen, verbunden mit Gedanken. Werden schwierige Gefühle nicht verarbeitet, werden sie als Energie gespeichert — das kostet Kraft, macht uns leicht „triggerbar" und kann Krankheiten begünstigen.
Die gute Nachricht: Du kannst aufräumen. Gespeicherte Energie löst sich, indem du die Emotion akzeptierst und einfach beobachtest — ohne sie ändern zu wollen, dich zu wehren oder zu bewerten. Am besten direkt in dem Moment, in dem du sie erkennst.